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Digital oder analog?

Ob Musik überwiegend digital oder analog produziert wird, hängt von einigen verschiedenen Faktoren ab. Mit am wichtigsten ist dabei aber sicherlich das angestrebte Genre. Zum Beispiel lässt sich ein Heavy Metal-Song schwer ohne analoge Gitarre und Schlagzeug aufnehmen. Zwar kann man theoretisch alle Instrumente auch mit einem Keyboard einspielen, aber das wird nie so authentisch klingen, wie wenn man „richtige“ Instrumente verwendet. Die individuellen Klangfarben und Eigenheiten von bestimmten Stilen lassen sich eben nur schwer digital simulieren. Ähnlich verhält es sich bei klassischer Musik, bei Jazz, Rock, Punk und vielen weiteren Genres, die eben historisch aus dem analogen Zeitalter stammen.

Dann gibt es aber auch Genres, die sich gut eignen, um sie digital zu produzieren. Hierzu zählen etwa Hip Hop, House, Techno, Drum ’n Bass und andere, überwiegend elektronische, Musikrichtungen. Bei diesen ist es nämlich oftmals gewollt, dass die Sounds maschinell oder elektronisch klingen, was sich natürlich gut mit digitalem Equipment bewerkstelligen lässt.

Eine wesentliche Komponente für die digitale Musikproduktion ist das MIDI-Format. Dabei handelt es sich um digitale Signale, die dann von einem Computer in Audiosignale umgewandelt werden. Midi-Signale können etwa mit einem midi-fähigen Keyboard eingespielt werden, aber auch mit einem Drum-Computer oder einer Steuerkonsole. Der große Vorteil ist hier, dass die eingespielten Töne zunächst unabhängig vom Instrument sind. Das heißt, es kann eine Melodie eingespielt werden und hinterher können verschiedene, auch virtuelle, Instrumente auf diese Spur gelegt werden. Das bietet eine enorm große Freiheit bei der Nachbearbeitung von eingespieltem Material.

Außerdem lassen sich MIDI-Noten einfach bearbeiten, in ihrer Länge und Intensität. Sie können auch quantifiziert werden, das bedeutet, dass sie immer exakt auf einem Noten- oder Zwischenwert angeordnet werden. Dadurch gibt es auch bei rhythmisch sehr anspruchsvollen Produktionen keine Probleme.

Die meisten modernen Aufnahme-Programme bieten schon integrierte Lösung für Midi-Dateien an. Aber es gibt einige Programme, die sogar überwiegend mit dem Standard-MIDI arbeiten. Hierzu zählen zum Beispiel das Programm Reason von der Firma Propellerhead, welches sich hervorragend für die Produktion von Beats eignet, oder Ableton, mit welchem elektronische Musik live gespielt, aber auch im Studio aufgenommen werden kann.

Die Produktion mit digitalem Equipment ist in der Regel günstiger als analoge Produktion, da weniger Equipment gebraucht wird. Die Geräte und Softwarelösungen sind nämlich äußerst vielseitig einsetzbar. Allerdings sollte sich die gewählte Art der Produktion immer nach den Bedürfnissen richten und nicht umgekehrt. Aber mit digitalen Mitteln lässt sich vieles ausprobieren, was analog ziemlichen Aufwand erfordern würde.

Beide Produktionsweisen haben also ihre Vor- und Nachteile. In der Realität ist es heute aber selten, dass wirklich nur ein Verfahren angewandt wird. Häufig ist eine Mischung aus beiden Verfahren zu finden. Selbst bei komplett digital produzierten Tracks werden oft zumindest noch Vocals eingesungen oder andere Sounds gesampelt. Mehr hierzu kannst du in dem entsprechenden Artikel in dieser Sektion finden.